Gedicht des Monats
Juni
2026
Regenbogen
Es wölbt der Regenbogen
sich über glänzend frisches Land,
die Wolken weggezogen,
die eben noch den Blitz entsandt.
Die Blüten, welche starben,
sie sind von Tränen rings betaut.
Nun schimmert zart in Farben,
die Brücke, die die Sonne baut.
0 Brücke unserer Träume,
du lockst uns in ein fremdes Land,
in ungeschaute Räume,
in die kein Fuß hinüberfand.
Wie würd ich gerne steigen,
die duft'ge Wölbung hoch hinauf.
Dort müsste sich doch zeigen,
sie schließt das Land der Sehnsucht auf.
Das Land der Phantasien,
wo alles Schimmer, Farbe, Duft,
wo alles Hauch und Blühen
in goldner Wärme, linder Luft.
0 Regenbogenflammen,
nehmt wenigstens Gedanken mit!
Bald sinkt ihr doch zusammen
und aller holder Zauber flieht.
Gar kurz ist das Entzücken,
das staunend uns in Atem hält,
in solchen Augenblicken,
ist aber König man der Welt.